Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson enthüllt die entsetzliche Wahrheit, wie die Frau über der Eisenbahnbrücke zu Tode gekommen ist

von Henning Mankell


mit: Carolin Freund, Sergej Gößner, Elke Opitz, Claudia Plöckl, Wolfgang Zarnack

Regie: Isabel Osthues
Bühne und Kostüme: Jessica Rockstroh

Premiere: 12. September 2010
Hessisches Staatstheater Wiesbaden

 

Hasse Karlsson ist dreizehn. Er kennt die Gegend, in der er lebt, jedes Haus, jeden Stein und alle Menschen um sich herum. Alles hat seine Ordnung – bis eines Tages ein fremder Junge auftaucht. Er heißt Schwalbe, ist der Sohn des Oberförsters und vor allem ist er eines: Er ist anders.
Hasse ist fasziniert und kann sich der Anziehungs­kraft des neuen Freundes nicht entziehen. Schwalbe ist wild und unangepasst – alles an ihm verspricht Abenteuer. Doch schnell werden harmlose Streiche zu gefährlichen Mutproben und unschuldige Menschen werden zu Opfern.

Henning Mankell, Autor der bekannten Wallander-Krimis, zeigt in seinem gleichermaßen spannenden wie beklemmenden Stück, wie leicht bei Jugendlichen eine Faszination für Gewalt entsteht und wie unendlich schwer es ist, ‚nein‘ zu sagen, obwohl man sich seines Unrechts bewusst ist. Aber irgendwann ist es zu spät...

Mankell wurde in Stockholm geboren und wuchs in Härjedalen bei seinem Vater auf. Im Alter von 17 Jahren zog er nach Stockholm und wurde Regieassistent am Riks Theater. 1968 begann er als Autor und Regisseur zu arbeiten. Weltberühmt wurde Mankell durch seine in den Jahren 1990-1998 entstandenen Wallander-Kriminal­romane. Außerdem ist er preisgekrönter Autor von zahlreichen Kinder- und Jugend­büchern; auf Deutsch erschienen unter anderem ‚Das Geheimnis des Feuers‘ und ‚Der Junge, der im Schnee schlief‘.

 

Text: Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Pressestimmen

 

Gespielt wird mit großem Ernst, Heiterkeiten nicht ausgeschlossen, aber ohne Zeigefinger. Sergej Gößner ist ein großartiger Hasse. (…) Insgesamt ein beeindruckender Auftakt der Saison des jungen Staatstheaters, zu dem in weiteren Rollen Elke Opitz, Carolin Freund und Claudia Plöckl ihren Teil beitragen. Großer Applaus. ‚Regisseurin Isabel Osthues vermag dies [die Geschichte] in einer temporeichen Inszenierung plausibel auf die Studio-Bühne des Staatstheaters zu stellen. Und vor allem, den Zuschauer mit in den Sog zu nehmen, dem Hasse sich nicht zu entziehen in der Lage ist. Dabei geht es nicht zimperlich zu, schließlich ist hier von Gewalt, Schuld und Verletzungen die Rede, eigenen und solchen, die anderen zugefügt werden… Gespielt wird mit großem Ernst, Heiterkeiten nicht ausgeschlossen, aber ohne Zeigefinger.“ Wiesbadener Kurier, ‚Mankell, sagt Isabell Osthues sei deshalb so gut, weil er die Kindernot so existentiell nach­empfinde, wie sie sich für Kinder darstelle.‘
Wiesbadener Kurier/Tagblatt, 14.09.2010

‚Nicht nur der Titel, auch die Struktur des Stücks für Zuschauer von elf Jahren an entsprechen einem Krimi – was nicht weiter verwundert, ist der Autor doch Henning Mankell. Im Jungen Staatstheater Wiesbaden […] geht es aber mehr um das, was hinter Mankells Geschichte steckt, jener feine Haarriss, durch den die Schuld in das Leben eines Menschen sickert, in jenem Augen­blick, in dem aus dem Nicht-mehr-Kind-Sein noch nicht ganz das junge Erwachsenleben geworden ist. Es ist die Geschichte eines Verlusts.‘
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2010

Die Stärke dieser Inszenierung liegt darin, dass sie Hasses Ringen in den Vordergrund rückt und innere Konflikte spürbar macht, wie sie wohl jeder Mensch aus ganz unterschiedlichen und auch weit harmloseren Lebenssituationen kennt […]. ‚Der gewissenlose Mörder‘ ist ein empfehlenswertes Stück nicht nur für Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren, sondern auch für all jene, die auf sie einwirken, Orientierung und Halt bieten sollen.
Frankfurter Neue Presse, 15.09.2010