Der gewissenlose Mörder Hasse Karlsson …

von Henning Mankell

 

mit Hermann Book, Sergej Gößner, Gabriel Kähler, Christine Ochsenhofer, Sophia Vogel

 

Regie: Isabel Osthues
Bühne: Jeremias Böttcher
Kostüme: Mascha Schubert
Musik: Timo Willecke

Premiere: 3. Oktober 2017
Schauspielhaus Hamburg, Malersaal

 

Termine: Junges Schauspielhaus Hamburg

 

Hasse Karlsson ist dreizehn Jahre alt und lebt in einem abgelegen kleinen Dorf in Schweden. Es ist Winter, es ist kalt und dunkel. Die Welt hier ist überschaubar. Hasse kennt alles und jeden. Da taucht Schwalbe auf. Er ist ebenso alt wie Hasse, ansonsten trennen die beiden Welten: Schwalbe ist Sohn des Oberförsters, besitzt Schneeschuhe und wohnt in einem Haus mit sieben Zimmern. Hasse dagegen fristet ein Leben am unteren Ende der Gesellschaft. Er verkauft Rattenfallen und schleicht sich ohne zu bezahlen ins Kino. Doch Schwalbe ist nicht nur in ein anderes Milieu hineingeboren. Er ist im Kern anders – skrupellos, heiß und kalt zugleich und radikal. Man ahnt von Beginn an, dass Schwalbe dem Bösen schon einmal ins Auge geblickt hat. So etwas fasziniert noch mehr, wenn im Leben sonst nichts passiert. Die beiden Jungen gehen eine unheimliche Verbindung ein: „Wir werden Schrecken verbreiten!“, beschreibt Schwalbe verschwörerisch das Bündnis der beiden. Der Schrecken wird tatsächlich kommen. Harmlos ist nichts, was die beiden tun. Zu Beginn sind die Aktionen zwar noch folgenlos, doch von einem solchen Menschenhass beseelt, dass man ahnt, Schlimmeres wird folgen. Die letzte gemeinsame Tat wird Hasse ein Leben lang nicht mehr loslassen.

Henning Mankells Drama ist die Geschichte eines gewissenlosen Verführers und eines Mörders mit großem Gewissen. „Warum tut man Dinge, die man nicht tun will?“, fragt sich Hasse und findet keine Antwort. Mankell erlöst ihn nicht. Wir sehen aber wie groß die Faszination von Gewalt und Andersartigkeit ist und wie die Angst dazu führt, gegen sich selbst zu handeln. Mankell schuf ein Stück über Verführbarkeit und die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen und die Mühe, die es macht, mit der falschen zu leben.

 

Text: Schauspielhaus Hamburg

Fotos: Sinje Hasheider

Presse

"Ohne große Requisiten, aber mit viel wunderbar ineinandergreifender Fantasie erzählen Osthues und ihr engagiertes Team von einer fragwürdigen Freundschaft und dem Zerfall einer Familie."

"Hamburger Abendblatt" mehr

 

"Mit ihrer ersten Arbeit am Deutschen Schauspielhaus findet Regisseurin Isabel Osthues ebenso einfach wie einprägsam, aber auch komische und poetisch-versponnene Bilder für eine Gesellschaft, die keine Nähe zulässt. (…) Ein Theaterabend, der keine großen Überraschungen braucht, um nachdenklich zu machen."

"Die Welt" mehr