Häuptling Abendwind

von Johann Nestroy, eine Komödie mit Musik

 

mit Stefan Hartmann, Ronja Losert, Bertram Maxim Gärtner, Marcel Zuschlag, Katharina Brenner, Corinna Pohlmann

 

Regie: Isabel Osthues
Bühne: Jeremias Böttcher
Kostüme: Mascha Schubert
Musik: Timo Willecke
Musikalische Einstudierung: Silvia Willecke

Premiere: 1. Dezember 2017
ETA Hoffmann Theater Bamberg, Grosse Bühne

 

Termine: ETA Hoffmann Theater Bamberg

 

Was ist schon zivilisiert? Häuptling Abendwind, der Sanfte, vom Stamme der Groß-Lulu erwartet Staatsbesuch von Häuptling Biberhahn, dem Heftigen. Ein Fremdling muss schnell her, der beim Festmahl als Braten serviert werden kann. Kannibalismus hat hier gute Tradition. Schließlich haben die beiden Häuptlinge sich vor langer Zeit gegenseitig und heimlich die Gattinnen weg­gespeist. Die Häuptlingstochter Atala entdeckt plötzlich den schiffbrüchigen Friseur Arthur aus dem fernen Europa. Für Atala ist es Liebe auf den ersten Blick, für ihren Vater der erhoffte Braten. Das Festmahl kann beginnen. König Biberhahn greift erfreut zu, verschluckt eine große Uhr und plaudert nebenbei von einem Sohn im fernen Europa. Ist der Sohn nun der Braten, müssen die Häuptlinge kriegerische Rache aneinander üben? Oder bekommt Atala doch noch ihren Arthur?
„Häuptling Abendwind oder Das gräuliche Festmahl“ ist das letzte Stück von Johann Nestroy. Als Vorlage diente ihm der Einakter „Vent du Soir ou L’horrible festin“, eine Operette in einem Akt von Jacques Offenbach, Philippe Gille und Léon Battu. In seiner 1862 uraufgeführten Burleske karikierte Nestroy die zivilisierte Wiener Gesell­schaft als die eigentliche Menschen­fresser­bande. Er verlegte das Stück in die Südsee, um sich über die Überheblichkeit der sogenannten Zivilisation gegenüber kolonialisierten Völkern lustig zu machen, über die arrogante Haltung der „westlichen Welt“ gegenüber dem „Rest“.

 

Text: Theater Bamberg

Fotos: Martin Kaufhold

Presse

„Es geht um Fressen und Gefressen-Werden und passt somit gut in unsere turbokapitalistischen Zeiten … Abendwind wird von Stefan Hartmann gespielt, Biberhahn von Bertram Maxim Gärtner. Beide können ziemlich komisch sein, und da sie unter ihrer Cowboy-Kluft aufblasbare Fatsuits tragen, hopsen und kullern sie entzückend unbeholfen über die Bühne und haben so die Lacher schon auf ihrer Seite. Doch Vorsicht! Häufig sind diese von einer Schärfe, dass man sich daran verschluckt. Wer mag, kann dies nämlich alles tagespolitisch deuten. Also auch an Donald Trump denken und daran, dass dieser das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt hat, weshalb die Südseeinseln in ein paar Jahren als erste einfach untergehen werden.“

Süddeutsche Zeitung

„In Bamberg macht Isabel Osthues aus einem Wiener Singspiel ein regelrecht surreales Stück voller Wahnwitz und Bühnenzauber (…). Sehenswert ist das alles in seiner Ratzfatzseligkeit unbedingt, Bühne wie Ensemble.“

Nürnberger Nachrichten

„[HÄUPTLING ABENDWIND überzeugt] sowohl durch eine gelungene Komik als auch durch die schauspielerischen und musikalischen Leistungen der Darsteller, eingebettet in einer intelligent angelegten Inszenierung.“

Rezensöhnchen