Hexenjagd

von Arthur Miller

 

mit Andreas Uhse, Nanette Waidmann, Katharina Quast, Olaf Weißenberg, Sheila Eckhardt, Hendrik Richter, Christina Rubruck, Andreas Seifert, Dominik Lindhorst-Apfelthaler, Nicole Averkamp, Martin Wißner

 

Regie: Isabel Osthues
Bühne: Jeremias Böttcher
Kostüme: Mascha Schubert
Musik: Timo Willecke


Premiere: 30. Juni 2016, 19:30 Uhr
Theater Heidelberg

 

Termine: Theater Heidelberg

 

Für den Zustand der pubertierenden Mädchen, die nach einem nächtlichen Tanz im Wald seltsam reagieren, gibt es im puritanischen Salem des 17. Jahrhunderts nur eine Erklärung: Teufelswerk. Dieser Tanz war Hexentanz, ist sich auch Pastor Hale sicher, ein Fachmann auf diesem Gebiet. Nun müssen alle Teufelsbündler ausfindig gemacht werden. Schnell erkennen die Mädchen, allen voran Abigail, dass sie der Strafe entgehen können, wenn sie andere Menschen beschuldigen. Leugner werden hingerichtet. Nur wer seinen Bund mit dem Teufel gesteht, darf auf Gnade hoffen. Die Hetzjagd offenbart Neid und Missgunst, und dem einen oder anderen kommt es sehr gelegen, wenn das Land eines zum Tode Verurteilten am Ende versteigert wird. Auch Abigail verfolgt in ihrem Handeln ein klares Ziel: Sie will John Proctors Frau hängen sehen, weil sie sich nach einer Affäre mit ihm Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft macht. Nach und nach treten die wahren Motive der »Jagd« hervor, und das Lügengebäude der Mädchen gerät ins Wanken. Aber wird das kirchliche Gericht seinen Irrtum eingestehen?
Arthur Millers Gedanken beim Schreiben des historischen Stoffes waren bei den Verhaftungen und Verhören der sogenannten McCarthy-Ära; seine Beobachtungen über die Hysterie einer Gemeinschaft haben jedoch nichts an Aktualität verloren.

 

Text: Theater Heidelberg

Fotos: Annemone Taake

Presse

Eine »überzeugende Produktion voller Intensität«, in der die Motive der handelnden Figuren »fokussiert herausgearbeitet« würden – so Eckhard Britsch im Mannheimer Morgen (02.07.2016). Die Inszenierung von Isabel Osthues würde »scharf konturierte Charaktere« zeichnen, verkörpert durch ein »individuell agierendes Ensemble«.
 

 


Isabel Osthues habe als Regisseurin die Aufgabe übernommen, »in diesem Raum die bedrückende Atmosphäre des Aberglaubens und der gesellschaftlichen Geistlosigkeit in einen geistvollen Theaterabend zu verwandeln«, berichtet Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (02.07.2016). Mit Millers Dialogen mache sie deutlich, wie »leicht es ist, wenige kritische Köpfe zu brandmarken, so dass ein blindwütig denunzierender Mob die Oberhand gewinnt«. Am langen Premierenapplaus hätten alle Beteiligten ihren Anteil gehabt.

Die Regisseurin habe ein »beklemmendes Spiel um eine Gemeinschaft« entwickelt, »die sich von einem diffusen Bedrohungswahn verführen lässt, weil ihr die gemeinsamen Ideale fehlen«, schreibt Stefan Benz im Darmstädter Echo (04.07.2016). »Unaufdringlich eindringlich« sei der Abend, weil er »die suggestive Wirkung des Raumes durch Live-Bühnenmusik klanglich erweitert und durch starkes Schauspiel erdet«. Auch die Stärken des »ausgeglichen besetzten Ensembles« in Heidelberg kämen hier wieder zur Geltung, in einem »verdichteten Szenario« würden die Konflikte der Vorlage »plastisch und packend« herausgearbeitet.