Marat / Sade

die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade

von Peter Weiss


mit dem Ensemble des Theaterlobors Bremen


Regie: Isabel Osthues
Bühne und Kostüme: Lena Haun
Körpertraining: Alexander Hauer

Premiere: 17.08.2007
Theaterlabor Bremen

 
Acht Jahre sind seit der Französischen Revolution vergangen. Der Marquis de Sade ist in Charenton, einer Nervenheilanstalt, interniert. Unter seiner Regie führen die Patienten ein Theaterstück auf über die Ermordung Jean-Paul Marats durch die Klosterschülerin Charlotte Corday im Jahr 1793. Ein blutiges Stück Revolutionsgeschichte. Aber zwischen den philosophisch-politischen Debatten des kompromisslosen Individualisten de Sade und dem fanatischen Ideologen Marat über Sinn und Unsinn von Revolution bietet die Inszenierung vor allem eines: den Insassen einen willkommenen Anlass sich auszutoben, in kleinen Revolten und Befreiungsschlägen. Peter Weiss hat in seinem Stück neben der intellektuellen Argumentations­ebene zahlreiche Möglichkeiten für sinnliche Eindrücke geschaffen, so dass mit dem aus­schöpfen unterschiedlicher theatraler Mittel (Gesang, Musik, Geräusch, Pantomime) von‚ "totalem Theater" gesprochen werden kann. So schrieb die Kritik im Jahr der Uraufführung 1964 "dieses Stück verändert das Theater".

 

Text: Theaterlobor Bremen